Freitag, 12. August 2016

Fragerunde - Die Antworten

Jetzt gehts ans Beantworten eurer Fragen!


Jana: Mich würde interessieren, ob ihr noch weiteren Nachwuchs plant und wenn ja, ob mit dem gleichen Spender. Ansonsten freu ich mich von euch zu lesen! 

Hahaha, mit dieser Frage habe ich natürlich gerechnet, und sie wurde auch gleich als erstes gestellt. Wir hatten ja beide nicht  so einfache Schwangerschaften und vor allem schwierige Geburten. Meine Frau möchte nicht mehr schwanger werden. Ich selber würde irgendwann in ein paar Jahren (wenn die Kids 4 oder 5 sind) nochmals ein Kind bekommen. Warum eine so lange Wartezeit? Erstens hatte ich leider ein Geburtstrauma, das ich immer noch verarbeiten muss, es wäre absolut unvernünftig, jetzt oder in nächster Zeit schwanger zu werden. Ich bin noch nicht bereit. Zweitens sind wir gerade wirklich ausgelastet mit zwei gleichaltrigen Kleinkindern. Sie sind beide sehr aktiv und lebendig, ausserdem sind wir gerade am schauen, wie wir ihren doch recht unterschiedlichen Bedürfnissen begegnen können (mehr dazu im Update). Ich kann mir deshalb jetzt gerade kein Baby in unserer Familie vorstellen. Was wir uns jedoch seit längerem vorstellen können, ist ein Langzeit-Pflegekind. Allerdings erst ab Ende nächsten Jahres, und wer weiss ob wir überhaupt als Pflegefamilie angenommen werden würden. Ein weiterer Grund ist unsere momentane ungewisse Job- und Wohnsituation, wir würden beides gerne komplett wechseln und völlig woanders unsere Zelte aufschlagen. Auch dazu dann mehr im Update.
Ah ja, und wenn es in ein paar Jahren soweit sein sollte bezüglich Baby, würden wir wieder den gleichen Spender nehmen, sofern dieser immer noch spenden möchte. Einen anderen Spender kann ich mir nicht vorstellen, da wir ja möchten, dass unsere Kids untereinander biologische Halbgeschwister sind. Und nein nach einem dritten Kind wär keins mehr geplant. Drei Kinder plus eventuell ein Pflegekind, das reicht dann.


Sternchen: Mich würde noch interessieren, was ihr so an der Pride erlebt habt. Ich und meine Partnerin konnten nämlich leider dieses Jahr nicht teilnehmen... 


Wir waren in Zürich am Umzug, wo wir mit den Regenbogenfamilien mitgelaufen sind. Eigentlich wollten wir unseren Bollerwagen mitnehmen, doch wegen des ungewissen Wetters musste dieser zuhause bleiben.
Stattdessen sind wir mit dem Bimmelbähnchen gefahren, und als die Kids die Nase voll davon hatten liefen wir auf der Strasse mit, Mr. L. auf dem Rücken in der Trage, Mlle. J. im Buggy.
Die Kids waren sehr interessiert, sie sahen bedeutend mehr als letztes Jahr, wo sie den ganzen Demonstrationszug verschlafen haben ;-).
Auf dem Festgelände haben wir zuerst mal was gegessen, und es gab zum Glück einen Spielplatz, wo die Kids rumtoben konnten. Dann wollten wir das Gelände eigentlich langsam verlassen, doch Mr. L. zog es Richtung Musik. Wir musste einfach dortbleiben und ihn tanzen und staunen lassen. Er fühlte sich sichtlich wohl in der Menge. Inzwischen war Mlle. J. eingeschlafen. Mr. L. hingegen tanzte und hüpfte um die Wette, sagte laut "WOOOOW" wenn eine Dragqueen vorbeilief und schwenkte einen Regenbogen-Ballon hin und her. Die Leute hatten sehr Freude.
Wir liessen in natürlich "feiern", bis auch er müde wurde.
Wir wurden aufgrund des Brigitte-Mom Artikels erkannt und einige Frauen erkundigten sich bei uns, wie man eine Familie gründen könne. Somit hoffe ich in den nächsten Jahren noch mehr tanzende Regenbogen-Babys zu sehen!

Donnerstag, 4. August 2016

Fragerunde

Es ist wieder mal Zeit, eine Fragerunde zu machen!
Habt ihr Fragen zu unserem Alltag, unserer Familie oder Sonstigem?
Schreibt eure Frage(n) hier als Kommentar. Falls genügend zusammenkommen, mache ich einen separaten Blogpost.
Und ja ich arbeite an einem Update zu den Kids und zu unseren geplanten Projekten und es gab auch einige Veränderungen bei uns. Es braucht einfach alles seine Zeit, bis ich es in ansprechender Form hier präsentieren kann, da ich gerade sehr viel zu tun habe.

Freitag, 22. Juli 2016

Frage an alle Familien

An alle Familien, die hier mitlesen (egal welche Familienform):
Wie verhält es sich bei euch mit Kontakten zu anderen Familien? Habt ihr viele Kontakte? Oder bleibt ihr als Familie eher für euch?
Wir haben Mühe, Kontakte zu finden, was sehr schade ist. Irgendetwas funktioniert immer nicht, entweder haben die Leute nie Zeit, oder sie melden sich nicht mehr obwohl man teilweise mehrfach nachgefragt hat, oder sie haben irgendwas an einem auszusetzen...wir respektieren immer die Meinung anderer und verurteilen niemanden, auch treten wir nicht besserwisserisch auf. Ich habe also keinen blassen Schimmer, wo der Haken ist...ich habe es ehrlich gesagt langsam aufgegeben...
Mich würde es einfach mal interessieren, wie es bei anderen so ist. Ob wir einfach nur Pech hatten oder ob es ein generelles Problem bei so manchen ist. Und auch, ob es sich je nach Alter der Kinder verändert (ob ihr z.B. als die Kinder Babys waren eher weniger und als die Kids in den Kindergarten gingen eher mehr Kontakte hattet etc.).
Ihr könnt mir auch eine E-Mail schreiben, wenn ihr es nicht als Kommentar schreiben möchtet.
Ich hoffe auf einige Rückmeldungen.

Freitag, 8. Juli 2016

Neu: Instagram-Account

Ich dachte mir, why not?
Ein kleiner Instagram-Account mit Fotos aus unserem Alltag wäre doch was.
Ihr findet ihn hier:
https://www.instagram.com/flaminia.piponella/

Mlle. J. ist 2!




Meine liebe Mlle. J.!

Nun wirst du schon zwei Jahre alt!
Der Moment, als ich dich zum ersten Mal im Arm hatte, fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen. Als du mich mit deinem klaren Blick angesehen hast, und ich augenblicklich wusste, dass ich dich immer lieben würde. Und nun...zwei Jahre...
Kaum zu glauben, dass aus dem kleinen Mini-Bündelchen ein so grosses Mädchen wurde. Ich mag deine unvergleichliche Persönlichkeit. Wenn du einen Raum betrittst, füllt sich dieser augenblicklich mit Leben und Energie. Du hast deinen eigenen Kopf, und das soll auch so bleiben. Jeder, der dich bändigen möchte, wird es mit mir zu tun kriegen. Es braucht Menschen, die ihren eigenen Kopf haben, die kreativ sind und sich nicht scheuen, ihre ganz eigene Persönlichkeit auszuleben. Und du bist ein Mädchen mit einer starken Persönlichkeit. Du weisst, was du möchtest, und lässt dich auch nicht davon abbringen. Mit deiner unbändigen Power magst du alles, was mit Bewegung zu tun hat, am liebsten rennst du herum, mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Dein Gelächter ist laut und ansteckend. Um wieder zur Ruhe zu kommen, bist du gerne in der Natur und lauschst den Vögeln, oder lässt dir gerne eine Geschichte vorlesen. Du begeisterst dich für Maschinen und Fahrzeuge, magst Röcke nicht sonderlich (es passt auch nicht wirklich zu dir), wühlst gerne mit Schaufeln im Dreck herum und hast immer wieder neue Streiche im Kopf. Brav? Nein, das bist du definitiv nicht. Musst du aber auch nicht.
Und da deine ganze Familie unangepasst und manchmal verrückt ist, passt du hervorragend zu uns! Mlle. J., wir möchten dich nicht missen und ich freue mich sehr auf alles, was das kommende Lebensjahr mit sich bringen wird! Ich liebe dich!
Deine Mama

Montag, 4. Juli 2016

Wir auf Beobachter Online

Wir haben uns wieder einmal für eine Reportage zur Verfügung gestellt.
Das Ergebnis seht ihr hier:

http://www.beobachter.ch/justiz/artikel/stiefkindadoption_wir-sind-keine-zweitklassige-familie/


Montag, 13. Juni 2016

Ein Angriff auf die Liebe und die Freiheit


(Bildquelle: Pink Cross Gay Organization)


Ich wollte eigentlich über die Pride schreiben, an der wir am Samstag waren, doch dann kamen die schlimmen Nachrichten aus den USA, die ich nicht einfach totschweigen möchte.

Als wir am Samstag mit den Kindern zum Versammlungsplatz der Pride liefen, sagte ich zu meiner Frau:
"Was tun wir, wenn einer anfängt um sich zu schiessen?"
Wir vereinbarten, dass jede mit dem jeweiligen Kind davonrennt, ohne aufeinander zu achten, denn stehenbleiben und schauen, wo die andere Hälfte ist, würde den sicheren Tod bedeuten. Als Treffpunkt nach so einem Fall wählten wir das Parkhaus, und wenn eine von uns nicht auftauchen würde...
Wir waren also vorsichtig, aber niemals hätten wir auf den für uns wichtigen Tag verzichtet, Zuhausebleiben wäre keine Option gewesen.
Am Samstag hätte man mir noch sagen können, dass ich übertreibe. Dass sei doch ein friedlicher Anlass, wozu solche Angst mitschwingen lassen? Wozu achtsam sein in der grossen Menschenmenge? Es trifft einen doch eh nie.

Am Sonntag, nach einem wirklich gemütlichen, ruhigen Tag, wollte ich noch schnell Facebook abchecken, nachdem wir die Kids ins Bett gebracht hatten. Ich habe viele LGBT-Seiten abonniert. Sofort sprangen mir die Bilder und traurigen Botschaften ins Auge. Ich traute meinen Augen nicht und murmelte immer wieder "das darf doch nicht wahr sein" und schaute schnell in eine Online-Zeitung, um nachzuschauen, was zum Teufel da bloss geschehen war.
Ein Gay-Club, der eine Pride-Party feierte.
Ein Attentäter, der in seinem religiösen Wahn um sich schoss.
50 Tote. 50 Verletzte. Die meisten waren sehr junge Leute.
Als meine Frau ins Schlafzimmer kam, war ich am weinen und konnte kaum etwas sagen. Es war ein Schock. Es hätte uns passieren können. Es hätte unsere Kinder treffen können.

Und unweigerlich fragt man sich, was das für eine Welt ist, in die wir Kinder hineingeboren haben. Jetzt verstehen sie es noch nicht, aber in ein paar Jahren werden sie Fragen stellen.
Bei 9/11 ging ich noch zur Schule, und die Tage danach verbrachten wir in einem Ausnahmezustand. Die Lehrer versuchten irgendwie Worte zu finden, und es gab eine riesige Gedenkwand, an der die Kinder Zeichnungen hinhängen und etwas schreiben konnten, und darunter war ein Kerzenmeer.
Ich weiss noch, dass die meisten nur ein einziges Wort geschrieben hatten: "Warum?"
Und niemand konnte diese Frage beantworten.

Sollte man nun auf Kinder verzichten, um ihnen das zu ersparen? Ich finde: Nein.
Kinder sind die zukünftige Generation, die Entscheidungen treffen und die die Welt von morgen gestalten werden. Das ist eine Chance. Wir müssen unseren Kindern Wege fernab von Hass zeigen, sie zu verantwortungsvollen Menschen werden lassen, die sehen, was die Menschen verbindet, statt das, was sie trennt.
Und wenn sie mich nach dem "Warum" fragen, werde ich ihnen ganz ehrlich sagen, dass ich nicht weiss, warum manche Menschen so böse sind. Aber ich werde ihnen auch sagen: Was nach einem solchen schlimmen Attentat immer auffällt, sind die vielen Menschen, die zusammenhalten, die gemeinsam weinen, füreinander da sind, die aber auch Stärke demonstrieren und zeigen: Liebe ist stärker als Hass. Und: Wir lassen uns unsere Freiheit nicht nehmen, für die unsere Vorfahren jahrhundertelang gekämpft haben. Wir lassen uns nicht einschüchtern und gehen trotzdem an die Pride und an Partys und Konzerte. Wir haben Spass und feiern unsere Freiheit, so zu sein, wie wir sind. Egal was ihr tut, wir werden weiterhin die Liebe und die Freiheit feiern.

Die Liebe wird immer siegen.

Freitag, 10. Juni 2016

Unsere Ferien (und ein Vorfall zuvor)

Wir sind seit einer Woche wieder zuhause. Zeit, von unseren Ferien zu berichten!

Mr L. hatte eine Woche vor den geplanten Ferien einen Unfall. Im Wald fiel er von einem Bänkchen und schlug sich böse den Kopf auf. Es steckte ein Kieselstein in seinem Kopf, den wir dann selber entfernt haben, dann eilten wir ins Kinderspital. Dort wurde das Loch genäht. Zwei Tage später ist seine Stirn plötzlich seltsam aufgeschwollen. Wir gingen erneut ins Kinderspital, wo es dann hiess: Böser Wundinfekt. Die Fäden wurden sofort wieder gezogen, und er musste 4 Tage im Spital verbringen, mit Infusion und sie mussten ihm alle paar Stunden Antibiotika spritzen. Ich war rund um die Uhr bei ihm, wir schliefen gemeinsam in einem Krankenhausbett und ich kümmerte mich um ihn. In dieser Abteilung waren wir umgeben von krebskranken, nierenkranken und magersüchtigen Kindern, was natürlich sehr tragisch war. Für mich war es ausserdem eine Retraumatisierung, denn vor 18 Monaten lag er nur einen Stock höher, auf der Kinderintensivstation, und rang um sein Leben. Man kann sich also vorstellen, dass es für mich eine ziemliche Zumutung war, da ich immer noch in der Verarbeitungsphase stecke und mir meine Therapeutin ausdrücklich die Meidung dieses Ortes verordnet hat. Und dann fällt mein Sohn im Wald hin. Wahhh nein.
Es gab dann auch einen Zwischenfall, wo sie ihm die Infusionsnadel neu stecken mussten, weil sie einer Krankenschwester beim Verbandswechsel rausgerutscht ist. Da er so feine Venen hat, traf die Ärztin nicht gleich die Vene und stocherte dann herum, worauf er natürlich heftig brüllte, ich ihn aus der Situation riss, alle panisch anfauchte und unter heftigen Tränen mit ihm das Zimmer verliess.
Später kam dann eine liebe Krankenschwester vorbei und hat mit mir die Situation besprochen, ich konnte auch mein Trauma thematisieren. Das Personal dort reagierte verständnisvoll, und bemühte sich nach diesem Vorfall sehr, mich nicht mehr in eine solche Situation zu bringen. Sie holten extra einen Arzt aus der Neo, der sich auskennt mit so feinen Venen, und ich schickte meine Frau ins Untersuchungszimmer. Nach vier Tagen war alles überstanden, wir konnten nach Hause und die Koffer für die Ferien packen. Die Narbe ist inzwischen übrigens parktisch nicht mehr sichtbar!

Mein Büebel mit Kopfverband


Entgegen allen Ratschlägen ("stressig mit zwei Kleinkindern" blablabla) sind wir dann mit unseren beiden Kids nach Italien ans Meer gefahren. Es waren unsere ersten "richtigen" Ferien. Zugegeben: Es war schon ein Risiko, mit unseren Powernudeln, die teilweise mehrere Trotzanfälle pro Tag haben, sehr heftig streiten, vieles um sich herum kaputtmachen und sehr ungeduldig sind.
Was soll ich sagen? Es war ein toller Urlaub ohne Zwischenfälle. Nachdem aus den geplanten 8 Stunden etwa 12 Stunden Hinfahrt wurden (3 Stunden Stau vor dem Gotthard), ging wirklich alles reibungslos. Wir hatten ein Haus im Hinterland gemietet, zum Meer waren es jedoch nur 15 min. Autofahrt. Das Haus war ein Volltreffer, meine stundenlange Recherche hat sich gelohnt. Ruhig gelegen (wichtig für unsere Kids, sind sie es sich doch gewohnt, auf dem Land zu leben, ausserdem braucht Mlle. J. eine solche Umgebung, um "runterzukommen"), einfache, rustikale Einrichtung und ein sehr nettes, älteres Vermieterehepaar.
Während in Mitteleuropa schlimme Unwetter gab, hatten wir immer strahlend schönes Wetter, nur an einem Tag hat es geregnet.
Die Kinder liebten den Strand. Der Ort (Deiva Marina) war super, da ein kleines Bächlein in das Meer mündete. Sie haben meist den lieben langen Tag an diesem Bächlein gespielt, irgendwann um die Mittagszeit sind sie entweder am Strand selber eingeschlafen, oder wir sind ins Haus zurück, haben etwas gegessen und dann forderten sie dort ihren Mittagsschlaf ein. Sie haben Freundschaften mit anderen Kindern geschlossen, Mlle J. mit gleichaltrigen Mädchen, Mr. L. wollte lieber den grossen Jungs beim Dämme bauen helfen. Bereits nach zwei Tagen sagten sie "Meer", denn sie hatten zuvor noch nie das Meer gesehen. In diesen zwei Wochen hatten beide eine ungeheure Sprachexplosion, sie eigneten sich sogar italienische Wörter an. Wir waren sehr überrascht, waren sie doch bis dahin eher sprachfaule Kinder, obwohl wir immer sehr viel gesprochen, vorgelesen und gesungen haben. Sie nennen sich seit den Ferien auch gegenseitig beim Namen ("Nenny & Toy"), das klingt so süss! Sie haben auch schnell begriffen dass sie "Bimba" und "Bimbo" genannt werden. Unsere Familiensituation haben wir generell nicht erklärt im Ausland, da wir kein Italienisch sprechen, ausserdem wollten wir mal Pause haben von der unendlichen Fragerei, in die sich die Leute dann verstricken und die uns langsam aber sicher auf die Nerven geht. Sie gingen also einfach als Zwillinge ("gemelli") durch. Sie sind sich ja auch sehr ähnlich.
Sie sind schön braun geworden und gingen nach ein paar Tagen mit uns ins Meer baden. Ab und zu machten wir kleinere Ausflüge, z.B. in die Cinque Terre (sehr entäuschend, es gibt wirklich schönere Dörfer in Italien, ausserdem war ich damit beschäftigt "no photos" zu den Asiaten zu brüllen, die ständig unsere Kinder fotografieren wollten), nach Portofino, oder flanierten durch Sestri Levante, ein kleines, süsses Städtchen.
Wir fühlten uns in Italien sehr wohl, die Italiener sind sehr kinderfreundlich und herzlich, was ich hier in der Schweiz sehr vermisse. Die Spielplätze in Italien sind belebt, es wimmelt von Familien mit Kindern, und niemand schert sich um den Lärm. Es ist alles viel lockerer und weniger verbissen. Seltsamerweise hatten die Kinder während der gesamten zwei Wochen nur etwa zwei Trotzanfälle (wenn überhaupt), während bei uns zuhause teilweise 6 Trotzanfälle pro Tag und pro Kind zum Alltag gehörten. Warum das so ist, wissen wir nicht. Wir sind auch zuhause sehr viel draussen und lassen sie rumtoben, aber natürlich können wir nicht wie in den Ferien fast jeden Tag einfach rund um die Uhr an einem Bach verbringen...oder vielleicht liegt es an der veränderten Umgebung? Oder dass sie gespürt haben, dass die Leute dort positiv auf sie eingestellt sind, statt sie bei jeder Gelegenheit zurechtzuweisen? Wenn ihr eine Erklärung habt, nur zu.
Auf jeden Fall haben auch wir dort Erholung gefunden. Und wir machen uns bereits wieder Gedanken für den nächsten Urlaub...
Hier noch ein paar Fotos:



Portofino






Unser Ferienhaus 


Der Kamin in unserem Haus


Die Umgebung rund ums Haus - Natur pur!
Und der grosse Stein wurde zu meinem Kraftort
Unsere kleinen Künstler
Auf einer Schifffahrt

Montag, 21. März 2016

Kids-Update

Bevor wir für Ostern ein verlängertes Weekend in das Häuschen in den Bergen abdüsen, wirds wieder mal Zeit, zu berichten, wie unsere Kleinen wachsen und gedeihen!

Mlle J.

- Sie ist unsere Powernudel, laut, lebendig, quirlig, und immer auf Achse. Es wird gerannt, geklettert, gehüpft, und dabei freudig geschrien was das Zeug hält. Sie kann kaum still sitzen, irgendwas ist immer in Bewegung.

- Sie mag andere Kinder und spielt auch gerne mit ihnen.

- Sie füttert gerne ihren Bruder

- Sie ist ein Dickkopf, wenn sie sich etwas in der Kopf gesetzt hat, dann will sie das auch unbedingt tun, und lässt sich nicht davon abbringen.

- Sie schläft seit diesem Winter nicht mehr durch. Wir verstehen die Welt nicht mehr, denn sie ist seit ihrer Geburt in keiner einzigen Nacht aufgewacht. Wir vermuten die Zähne und schlechte Träume dahinter.Wir haben begonnen, ein Schlafprotokoll zu führen, das hat schonmal sehr gut geholfen, zum Beispiel haben wir herausgefunden, dass sie zu früh ins Bett geht.

Mr. L.

- Wie seine Schwester hat er viel Power, bewegt sich und turnt herum, er hat jedoch auch eine verträumte, nachdenkliche Seite.

- Ist er mit anderen Kindern zusammen, beobachtet er zuerst die Gesamtsituation sehr genau, dann taut er jedoch auf und spielt gerne mit. Es kommt vor, dass er sich dann plötzlich aus der Gruppe ausklinkt und in einen Raum ohne Kinder geht, und dort alleine in Ruhe vor sich herspielt.

- Er  schläft immer noch durch. Wie ein Murmeltier. Selbst wenn seine Schwester neben ihm Party macht.

- Er ist ein braves Kerlchen, er wird jedoch von seiner Schwester immer wieder zu Unfug angestiftet.

- Er mag alles was glänzt, schimmert und leuchtet. Und die Farbe rosa.

Beide

- Sie haben immer unglaublich grossen Appetit. Am liebsten mögen sie Nudeln, sie bringen uns die Packung jeweils bereits am Morgen und sagen "Mmmmmmh!". Ansonsten wird so ziemlich alles gegessen, sogar Essiggurken. Gabel und Löffel werden auch gerne benutzt! Aus Bechern trinken sie bereits seit längerem, wir verzichten absichtlich auf die trendigen Flaschen mit Trinkhalmen ;-). Da sie diesbezüglich so unkompliziert sind, können wir einfach überall mit ihnen essen gehen, egal obs Curry, Suppe oder Gemüse gibt, sie essen glücklicherweise alles. Auch Mr. L. hat seine anfängliche Aversion gegen alles Grüne mittlerweile aufgegeben, da wir es ihm immer wieder zum probieren gegeben haben. Ich bin gespannt, ob das so weitergeht, oder ob dann mal das Alter kommt, wo sie einige Dinge ablehnen.





- Sie kennen die Körperteile Bauch, Nase, Ohren, Mund, Kopf und Augen.

- Sie unterscheiden Mami und Mama!!! Und ja, es ist megahammerobermässig süss!

- Sie lachen oft gemeinsam.

- Das Gebeisse und Geschlage ist leider immer noch ein Thema...

- Sie gehen gerne mit uns fort, sei es für ein Konzert oder eine Veranstaltung. Neulich haben wir an einem indischen Abend mit Essen und Musik teilgenommen.

- Sie schaukeln gerne. Zum Glück haben wir in unserem Garten eine Schaukel!



- Sie haben Bücher für sich entdeckt, mehrmals am Tag lesen wir ihnen vor.

- Malen tun sie auch gerne, aber es gerät noch vieles daneben. Macht nichts, wir haben keine Designermöbel.

- Sie sind beide sehr eigenwillig. Aber das sind wir auch. Kommt also nicht von ungefähr!

- Sie sind beide sehr clever. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen, um z.B. etwas zu erreichen, was weggeräumt wurde...

- Sie helfen uns sehr gerne. Man kann ihnen kleine Aufträge geben, die sie eifrig und stolz ausführen. Sie suchen, bringen oder verräumen Dinge. Zum Beispiel helfen sie uns, die Einkäufe reinzutragen, oder sie bringen uns die Schuhe oder die Jacke (und sie wissen immer, wem welche Schuhe oder Jacke gehört!).

- Neulich waren wir bei jemandem zu Besuch, der ähm, sagen wir, etwas gehoben wohnt. Sie zeigten ihre besten Manieren: Mr. L. spuckte in die teure Designerdekoschale, und Mlle J. leckte die Fensterfront ab.

- Im Frühling/Sommer werden wir mit dem Töpfchen-/Klo-Training beginnen. Sie finden es jetzt schon recht interessant und scheinen bereit dafür zu sein, aber im Winter dünkte es uns mühsam, mit den ganzen Kleiderschichten, und das gleich zweifach. Nein danke. Ist in der warmen Jahreszeit einfacher. Rabenmütter!

- Sie sprechen noch nicht viel, sind aber daran interessiert, und versuchen es eifrig.
Folgende Wörter befinden sich in ihrem Repertoire:
- Mama
- Mami
- Mimi (Mama/Mami wenn sie wütend sind)
- Heiss
- Nein
- Dada (danke oder bitte)
- Miaumiau (für Katze)
- Muuuuh (Mlle. J.: für Kuh)
- Piep piep (Mr. L.: für Vogel oder Huhn)
- Wauwau (Hund)
- Didi (Pudding)
- Gocu (Joghurt)
- Ada (immer noch für "nach draussen gehen" oder "fortgehen")
- Aba (schweizerdeutsch für "runtergehen")
- Wooooo? (Wo)
- Eis zwöi drü (Schweizerdeutsch: Eins, zwei, drei)
- Da (dort)
- Döte (schweizerdeutsch für "dort")
- Baba (baden)
- Oba (Opa)
- Oma
- Aua (wenn sie sich wehgetan haben, oder auch wenn sie jemand anderem wehgetan haben *augenverdreh*)
- BrummBrumm (Auto)
- Bamama (Mr. L.: immer noch für Banane)
- Oh nei (Oh nein, inkl. theatralisches schlagen der Hände vors Gesicht)
- Wow! (wenn sie etwas tolles sehen, wie eine schöne Lichterkette oder einen tollen Blumenstrauss)

- Jedes Kind hat ca. 8 Trotzanfälle pro Tag, das heisst, dass wir an einem schlechten Tag bis zu 16 Trotzanfälle "erleben" müssen, was eher zu den unlustigen Dingen des Elternseins gehört. Gründe hierfür (aus der Sicht der Kinder):
  - Mama hat mich daran gehindert, etwas wirklich sehr gefährliches zu tun.
  - Mami lässt mich nicht zuschauen, wenn sie aufs Klo geht.
  - Mama hat mich daran gehindert, die Türe/Schublade zuzuschlagen, nachdem ich es gefühlte 100x gemacht und auf die Bitte, damit aufzuhören, nicht reagiert habe.
  - Ich wurde daran gehindert, etwas kaputtzumachen.
  - Ich möchte ganz alleine auf Mamis Schoss sitzen, ohne meine Schwester/Bruder.
  - Meine Schwester hat mir ein Spielzeug weggenommen.
  - Wir möchten beide dasselbe Spielzeug.
  - Wir müssen warten.
  - Wir sind zu Hause angekommen.
  - Ich darf nicht noch mehr Schokolade haben.
  - Mama oder Mami haben den Raum verlassen.
  - Mama gibt mir meine Gabel nicht mehr (nachdem ich sie unzählige Male auf dem Boden geschmissen habe)
  - Ich möchte unbedingt die Kartoffel wieder haben, die ich absichtlich runtergeschmissen habe.
  - Ein Spielzeug tut nicht das, was ich erwartet habe.
  - usw. usf.

- Abgesehen von den Trotzanfällen, die halt nunmal dazugehören, sind sie die lustigsten, aufgestelltesten, süssesten Kids weit und breit, die man einfach problemlos überall mitnehmen kann und für jedes Abenteuer zu haben sind! Es ist toll mit ihnen!

So, das wars wieder mal von uns! Kommt gut in den Frühling!

Tschüss!

P.S.: Wir haben entschieden, zukünftig auf dem Blog die Gesichter unserer Kids nicht mehr zu zeigen. Dafür gibt es viele Gründe. Zum Beispiel, dass wir einerseits immer mehr LeserInnen haben, und da dieser Blog öffentlich ist, hat man es nicht in der Hand, was genau mit den Fotos passiert. Je mehr LeserInnen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Fotos für seltsame Zwecke verwendet werden.
Ich war ja eh nie die, die hunderte Bilder auf den Blog lädt. Ein paar Babybilder (die sie natürlich weder nackt noch unvorteilhaft zeigten) fand ich nicht schlimm, aber jetzt sind sie älter geworden, und nun finden wir es nicht mehr in Ordnung. Einen Blog mit Passwort möchte ich aber auch nicht.
Unsere Titel- und Profilbilder auf Facebook (die ja öffentlich sind) handhaben wir neuerdings ebenso.
Ich hoffe auf euer Verständnis!

P.S.: Unser neuer Flitzer, den wir uns mit dem Weihnachtsgeld kaufen konnten:




Freitag, 15. Januar 2016

Gedanken zum neuen Jahr




Nachdem das letzte Jahr aufgrund der Grippe leider ein etwas schwieriges Ende fand, bin ich nun langsam im neuen Jahr angekommen!
Ob ich mir irgendwelche Vorsätze gemacht habe? Nein, wieso auch? Ich bleib so scheisse, wie ich bin! (So heisst ein Buch, das ich gerade lese, es geht um den Selbstoptimierungswahn in unserer Gesellschaft, und nein, ich bekomme kein Geld dafür, dass ich das hier erwähne).
Stattdessen gibt es einige Pläne, die ich dieses Jahr realisieren möchte:

- Mehr Kulturelles, und zwar mit den Kids zusammen. Sie sind jetzt keine kleinen Babys mehr, ich traue ihnen Konzerte durchaus zu (ein Test steht jedoch noch aus, hahaha). Im März werden wir einen indischen Abend mit Musik, Tanz und einen veganen indischen Buffet besuchen, übernachten werden wir auch gleich dort, da es in einer kleinen Pension stattfindet (die wir übrigens bereits kennen).
Dann habe ich davon gehört, dass es in der Grossstadt in der Nähe "Orchester-Klassik-Konzerte für Babys" gibt, da bin ich auch sehr neugierig!
Warum ich den Fokus so auf die Musik lege? Beide Kids, aber vor allem Monsieur L., lieben Musik über alles. Schon alleine wenn man das Wort "tanzen" sagt, fängt er an zu schaukeln und strahlt übers ganze Gesicht. Er geht auch oft an die Stereoanlage und macht sich einfach das Radio an...
Und wenn sie es doch so sehr mögen, möchte ich gerne darauf eingehen!

- Mehr wegfahren. Nun muss nicht mehr der halbe Haushalt eingepackt werden, sodass das auch wieder einfacher wird. Im Mai gibts zwei Wochen Ferien in Italien, was ich hier im Blog ja schon erwähnt habe. Zwischendurch immer mal wieder in die Berge ins Chalet meiner Eltern, ich habe bereits das gesamte Jahr abgecheckt und rund um irgendwelche Festtage jeweils noch ein wenig Tage drangehängt, sodass wir teilweise bis zu einer Woche dort oben bleiben können. Ende August möchte ich zum ersten Mal mit den Kids zu meinen französischen Familie reisen, etwas, womit ich mir aus diversen Gründen viel Zeit gelassen habe. Unter anderem hat es mit meinem Coming-Out zu tun, es sind ganz schlimme Dinge passiert, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

- Mehr Kreativität. Ich möchte malen und unsere Wohnung per "do-it-yourself" aufpimpen, Ideen habe ich Tausende, was damit zu tun hat, dass das Haus einfach uralt ist und daher diesbezüglich viel bietet. Dafür brauchts jedoch noch die Zusage der Vermieter, denn unser Vertrag läuft 2017 aus. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass der Vertrag verlängert wird, denn wir hatten wirklich nie Probleme miteinander, und dann kann ich dann auch loslegen!
Meine Schwester ist auch sehr kreativ, ich plane gemeinsame Kunstprojekte mit ihr und bin gespannt, was daraus wird! Dieser Punkt ist einfach eine Frage der Zeit, ich arbeite ja noch nebenbei und mit zwei Kleinkindern...aber es sollte auf keinen Fall irgendwie eine Belastung werden, ein, zwei Projekte dieses Jahr würde auch schon reichen, ich sehe das nicht so eng.

- Geburtstage der Kinder: Ich werde "nur" noch zu Kaffee und Kuchen einladen. Letztes Jahr habe ich mir sehr viel aufgehalst, um die vielen Gäste zu bewirten, und manche gingen gleich nach dem Essen, ohne abzuwarten, dass die Kinder überhaupt die Geschenke auspacken. Das will ich mir dieses Jahr ersparen!

- Ich plane Treffen für Regenbogenfamilien. Ich bezweifle zwar, dass es eine grosse Resonanz geben wird, denn bei der Generalversammlung des Regenbogenfamilienverbands waren gerade mal drei Familien (!!!) anwesend. Versuchen kann ichs ja. Ich plane Treffen bei einem See, Grillieren im Wald, Treffs auf Spielplätzen und vielleicht in der Weihnachtszeit noch ein Samichlaus (schweizerdeutsch für Nikolaus)-Höck.

- Meine Eltern haben sich letztes Jahr nach 26 Jahren getrennt. Es kam für mich nicht überraschend und es ist in Ordnung für mich. Seither konnte ich den Kontakt zu meinem Vater vertiefen, was ich sehr schätze. Das möchte ich dieses Jahr weiterführen.

- Dieses Jahr möchten wir uns mit dem Weihnachtsgeld, das wir unerwarteterweise von vielen Seiten erhalten haben, einen Fahrradanhänger mit Schubstange kaufen! Es wird Zeit, den Doppelkinderwagen abzulösen, er hat uns wirklich gute Dienste erwiesen und alles mögliche mitgemacht, aber jetzt segnet er langsam das Zeitliche. Nochmals einen Kinderwagen möchten wir aber nicht. Mit so einem Anhänger ist es praktisch, wenn man mit den Kids mal mit dem Fahrrad weg möchte, aber auch, wenn man einfach zu Fuss irgendwohin geht. Und joggen kann man damit auch!

- Ausmisten ist immer wieder ein Thema. Wir sehen jetzt, welche Spielzeuge die Kids mögen und welche nicht. Wir haben damals sehr viel Zeug von überallher bekommen, was zwar nett gemeint war, aber es ist einfach zu viel, deshalb müssen wir nun aussortieren. Zum Beispiel befindet sich eine Schaukelschnecke aus Holz im Kinderzimmer, was wirklich süss aussieht. Die Kids hassen sie. Sie möchten nie draufsitzen, und schaukeln ist für sie der Horror. Das und noch vieles andere darf also weiterziehen...

Ich bin gespannt, was ich dann Ende dieses Jahres für ein Fazit ziehen werde...